Filmtipp
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Moviesite.de-Klassikerkritik aus dem Jahr 1999

Johanna von Orleans

Regie: Luc Besson Darsteller: Milla Jovovich, John Malkovich 

Inhalt

Am 30. Mai 1431 musste die 19-jährige Johanna von Orleans auf dem Scheiterhaufen von Rouen qualvoll sterben. Aber warum? Während des Hundertjährigen Krieges besetzten die Engländer (mit Hilfe der Burgunder) Teile von Frankreich und unterdrücken die Bevölkerung. Plünderungen und Morde an der Zivilbevölkerung sind an der Tagesordnung. Auch das kleine französische Dorf Domrémy, in dem das Mädchen Johanna (Milla Jovovich) lebt, wird nicht verschont. Das gläubige Mädchen hört immer wieder Stimmen und Visionen, mit denen sie anfangs nichts anfangen kann, bis sie begreift, daß sie von Gott ausgewählt wurde, Frankreich von der Schreckensherrschaft der Engländer zu befreien. Darum macht sich die mittlerweie 17-jährige nach Chinon zum Dauphin (John Malkovich) auf, um ihm, dem rechtmäßigen Thronfolger Frankreichs, zu seinem Titel zu verhelfen. Der Dauphin schenkt dem einfachen Bauernmädchen tatsächlich glauben und lässt eine ganze Armee aufstellen. Unter der Führung von Johanna marschieren die Truppen in Orleans ein und fügen den um Orleans stationierte englischen Truppen rießige Verluste zu. Bei den Soldaten und der Bevölkerung gleichermaßen beliebt, wird von dem mittlerweile unter dem Namen "Johanna von Orleans" bekannt gewordenen Mädchen auch die Stadt Reims befreit, wo dann endlich der Dauphin zum König von Frankreich gekrönt werden kann. Im Zenit seiner macht, vergießt der neue König jedoch allzu schnell, wem er dies zu verdanken hat, so daß die Unterstützung für Johanna von Orleans und deren Truppen immer geringer wird. nachdem Der König mit den Burgundern einen Waffenstillstand vereinbart hatte, belagern diese die Stadt Compiègne. Ohne königliche Hilfe versucht Johanna von orleans mit wenigen, ihr treu ergebenen Truppen, die Burgunder zurückzuschlagen- und scheitert. Von den Burgundern gefangen genommen und vom französischen König im Stich gelassen, wird das 'Bauernmädchen' Johanna von einem geistliche Gericht unter Vorsitz von Bischof Jean Cauchon (Timothy West) wegen Ketzerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt...

Kritik

Es ist nicht leicht, Luc Bessons neuesten Film zu beurteilen. Der Hauptkritikpunkt ist die Charakterisierung der 'Jeanne d'Arc'. Ständig hat man das Gefühl, das gute Mädchen ist ein bisschen arg 'durchgeknallt'. Der Regisseur hat hier wohl etwas 'zu viel des guten' gewollt. Zu 'hip' und eher wie ein Teenager der heutigen Zeit als ein Bauernmädchen im finsteren Mittelalter wirkt diese Rolle etwas unglaubwürdig. Obwohl, wer weiß? Vielleicht war sie ja wirklich so?! Auch Johannas Visionen, mit teils surrealistischen Zügen sind zwar einigermaßen originell, wirken aber im Gesamtbild "Mittelalterfilm" etwas aufgesetzt, ja stellenweise zu modern. Zu diesem Urteil trägt auch der Soundtrack bei. Selten ganz gut und stimmungsvoll, stört die Musik, bei der anscheinend krampfhaft versucht wurde, sie auf den Stil der 90er Jahre zu trimmen. Leider ist die Musik manchmal so nervig, dass sie insgesamt den Film nach unten zieht. Ein gutes Beispiel, wie ein Soundtrack einem Film schaden kann. Glücklicherweise nervt der Sound nicht permanent. Außerdem hat der Film auch seine Vorzüge. Als Gesamtwerk betrachtet, ist der Film nämlich ganz gut, was größtenteil an den kurzweiligen und gut inszenierten Schlachten liegt. Sie erreichen zwar nicht epische Ausmaße a la 'Bravehart', aber die damalige Kampfesweise und Kriegsbegeisterung wird gut vermittelt. Trotz der Kriitk an der Figur der Johanna, an der schauspielerischen Leistung von Milla Jovovich gibt es nichts zu bemängeln. Von Visionen geplagt, als heldenhafte Anführerin ihrer Armee, Im Gefängnis auf den Tod wartend - das 'Wechselbad der Gefühle" bringt Mila Jovovich gut rüber. Hervorzuheben ist hier noch Dustin Hoffman, der zwar eher eine Nebenrolle als dunkles "Gewissen" von Johanna von Orleans hat, aber einen bleibenden, positiven Eindruck hinterlässt.

JörnEine Kritik von Jörn
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