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Oktober 2016

Sony schaufelt selbst das Grab
für die 4K Ultra HD Blu-Ray

JörnEin Kommentar von Jörn

Relativ still und leise kamen in den letzten Monaten erste 4K-Blu-Ray-Player auf den Markt und auch die ersten entsprechenden Discs. Alles sah "wie immer" bei einem neuen Format aus: Die Auswahl ist klein und die Geräte sind teuer, aber mit der Zeit wird sich das sicherlich geben. Das mag bei den Playern noch zutreffen, die ersten 4K-Blu-Rays sind aber nicht nur teuer, sondern eher exorbitant teuer. Um die 30 Euro kostet so eine schwarze Blu-Ray, also gut das doppelte von aktuellen Blu-Ray-Neuerscheinungen. Das ist meiner Meinung nach viel zu viel. Ca. 20 Euro wären in Ordnung, aber so wird das nichts werden. Auch wenn Pressemeldungen von einem erfolgreichen Start der 4K-Blu-Ray sprechen - aber was sollen sie auch anderes machen.
Damals, bei der Einführung der DVD und der Blu-Ray hatte der Filmenthusiast keine Wahl: Wollte er einen Film in der zum jeweiligen Zeitpunkt besten Qualität, musste er wohl oder übel den teuren Preis der aktuellen Systeme schlucken. Jetzt ist das anders, denn die 4K-Blu-Ray hat eine große Konkurrenz: Streaming. Anders ausgedrückt: Wer 4K-Filme schauen will ist auf die Blu Ray nicht zwangsläufig angewiesen, sondern hat mit Amazon Prime, netflix & Co genügend Alternativen.

Was aber letztendlich der Sargnagel der 4K-Blu Ray sein dürfte, ist das falsche Verhalten von Sony. Als Filmstudio UND Hardwareanbieter (Fernseher und Player) sollte eigentlich keine Firma ein größeres Interesse an einer raschen Verbreitung des neuen Blu Ray-Formats haben - das aktuelle Handeln geht aber eher in die andere Richtung und suggeriert zumindest, dass der 4K-Blue Ray keine große Chance eingeräumt wird. Mit Einführung der Playstation 3 im Jahr 2006 hat Sony maßgeblich zur Verbreitung der Blu Ray beigetragen: Jeder Playstation 3-Käufer bekam gleichzeitig einen technisch guten Blu-Ray-Player quasi "geschenkt" und diese Tatsache hatte großen Anteil am Siegeszug der Blu Ray. Umso unverständlicher ist es, warum Sony dieses Erfolgsbeispiel 2016 mit der neuen Playstation 4 nicht wiederholt. Die Wörter "4K" bzw. "UltraHD" werden dauern mit der neuen Konsolenversion in Verbindung gebracht (ob zurecht ist eine andere Frage) und jeder hat bei der Präsentation damit gerechnet, dass daher auch ein 4K-Laufwerk für Blu Rays verbaut werden würde - dem ist aber nicht so. Sony möchte lieber ein paar Euros (dürfte ein niedriger zweistelliger Betrag pro Konsole sein) sparen, als das neue Blu-Ray-Format, welches ansonsten von der japanischen Firma dauern unterstützt wird, in den Markt zu drücken. Meiner Meinung nach ein ganz großer Fehler. Es ist nicht mal sicher, ob die Rechnung überhaupt aufgeht: Es könnten durchaus mehr potentielle Käufer wegen des fehlenden 4K-Laufwerks abgeschreckt werden als durch die (vermeindliche) Kostenersparnis angelockt werden. Schade.

Daher bleibt nur zu sagen: Mach's gut, "4K Ultra HD Blu-Ray". Wir werden Dich nicht vermissen...

PS: bei Amazon gibt's im Moment (Oktober 2016) gerade einmal 83 "4K-Filme":
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