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The Blair Witch Project (USA 1999, Horror)

Regie: Daniel Myrick, Eduardo Sanchez  Darsteller: Heather Donahue, Joshua Leonard, Michael Williams

Inhalt:

1994 machen sich die drei Studenten Heather, Joshua und Michael in das verschlafene Nest Blair auf, um dort einen Dokumentarfilm zu drehen: Sie wollen den Geschichten der sagenumwogenen Blair-Hexe auf die Spur kommen. Der Legende nach soll sich in den Wäldern um Blair eine Gestalt aufhalten, die Angst und Schrecken verbreitet. Im Jahr 1940 soll dieses Wesen 7 Kinder getötet haben, deren Leichen später auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Die drei "Nachwuchsfilmer" beginnen ihre Reportage mit der Befragung der hiesigen Bevölkerung, und wie es bei solch Schauermärchen üblich ist, weis jeder etwas zu erzählen, recht glaubwürdig erscheint jedoch keiner. Daraufhin machen sich Heather, Joshua und Michael auf den Weg, den Wald, in der angeblich die Hexe leben soll, zu erforschen. Gut ausgerüstet ist ihr erstes Ziel die Stelle, an der die sieben Kinderleichen gefunden wurden. Nichts aufregendes ist an diesem Platz zu finden und die Dokumentation scheint recht langweilig zu werden, doch das änderst sich in der ersten Nacht im Zelt schlagartig: Alle drei hören Kinderstimmen und misteriöse Geräusche. Hinzu kommt, dass man sich mittlerweile verlaufen hat und es den Anschein hat, als würden man nie mehr aus diesem Wald herausfinden. Die Lage wird immer unheimlicher und beängstigender. In den nächsten Tagen und Nächten geraten die Studenten immer mehr in Todesangst, da auch noch seltsame Zeichen und unnatürlich angeordnete Steinhaufen gefunden werden. Immer rascher weicht die anfängliche Euphorie einen Dokumentarfilm zu drehen, blanker Todesangst und gegenseiten Schuldzuweisungen, zumal es kein Entkommen aus dem Wald zu geben scheint...

Kritik:

Unbekannte Schauspieler, unbekannte Regisseure und ein Gesamtbudget, mit dem man bei anderen Filmen, wenn überhaupt, wenige Sekunden drehen könnte, sind nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für einen guten Film. Das jedoch die "Ausnahme die Regel bestätigt", zeigt Blair Witch Project. Ohne große Handlung und ohne Special Effects schaffen es die beiden Regisseure, nach einem etwas langweiligem Beginn, den Zuschauer zu fesseln und ihn 'mitzittern' zu lassen. Gerade das Fehlen visueller Effekte (die Hexe bzw. das böse Wesen ist im gesamten Film nicht ein einziges mal zu sehen) machen den Reiz des Filmes aus, da eben selbst der Zuschauer nicht wesentlich mehr weis, als die Figuren des Filmes selbst. Ein weiterer Pluspunkt des Filmes: Der komplette Film wird aus der Sicht der drei Hobbyfilmer dargestellt, dass heißt man bekommt das Geschehen nur aus dem Blickwinkel der beiden mitgeführten Kameras zu Gesicht. Das ständige "Gewackel" der Kameras und der stellenweise unsaubere Ton (der Ton übersteuert z.B., wenn einer der drei Studenten zu nahe ins Mikrofon schreit) verleihen dem Film eine gewissen "Authensität" und lassen den Zuschauer quasi "live" dabei sein. Auch die Tatsache, dass die drei Hauptdarsteller eher nicht gerade zu den besten ihres Faches gehören, kann man aus diesem Blickwinkel positiv sehen, da sie ja nur drei "normale" Menschen sind, die hilflos durch den Wald irren. Trotz allem weist der Film doch einige Kritikpunkte auf. Stellenweise wirkt das Vorgehen der drei Hauptcharaktere arg konstruiert. Man verhält sich zwar in Todesangst nicht rational, aber auch nicht so, wie hier im Film (wenn man Angst hat, rennt man nicht unbedingt dahin, woher die Bedrohung kommt...). Und trotz aller Spannung: Am Anfang und auch zwischendurch weist der Film doch einige Längen auf und recht langweilige Szenen vermitteln den Eindruck nur da zu sein, damit Blair Witch Project Spielfilmlänge bekommt. Alles in allem ist Blair Witch Project ein Film, der zu gefallen weis
Kurz gesagt: Ein spannender Horrorfilm, der abseits der üblichen Genrepfade mit minimalen Mittel den Zuschauer beeindrucken und "schocken" kann. (j.k.)

Wertung:



Wertung für "Beim-Lesen-im-Auto-wird's-mir-schlecht"-Personen:
Die oben erwähnte "unruhige" Kameraführung macht zwar durchaus Sinn (Vermittelt Realismus...), kann aber auch mehr als störend wirken. Personen, die leicht "Seekrank" werden, mögen Blair Witch Project nicht unbedingt in guter Erinnerung behalten. Schon von der ersten Minute ist das Kameragewackel nämlich so stark, dass es solchen Personen nach wenigen Minuten schlecht wird. Der Filmgenuss hält sich dann natürlich in starken Grenzen, zumal keine Besserung in Sicht ist. Eigentlich kann man dann nicht mehr von "Filmgenuss" sprechen. Stellenweise übertreiben es die Regisseure mit diesem "Stilmittel" doch etwas arg: Das man die Kamera in Todesangst nicht gerade ruhig halten kann versteht sich von selbst, wie dilettantisch die drei Dokumentarfilmer aber gerade am Anfang des Filmes mit ihrem Werkzeug umgehen, ist doch etwas zuviel des Guten.