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Blair Witch Project 2 (USA 2000, Horror)
Regie: Joe Berlinger Darsteller: Jeff Donovan, Stephen Barker Turner, Tristen Skylar, Erica Leerhsen, Kim Director
Inhalt:
Ein Jahr nach der Veröffentlichung des Videomaterials der in den Wäldern von Blair verschwundenen Filmstudenten ist der Hype um die Hexenlegende in vollem Gange. Touristen trampeln fröhlich über den Friedhof der Kleinstadt in Maryland und lassen sich wie Schäfchen vom Sheriff zusammentreiben. Diese wandelnde Geldquelle mobilisiert Jeff Patterson. Über seine Homepage lassen sich nicht nur diverse Souvenirs bestellen, sondern auch eine einzigartige Tour zu den Originalschauplätzen von "The Blair Witch Project". Gerade vier junge Leute lassen sich darauf ein: Stephen und seine Freundin Tristen recherchieren für ihr Buch "Blair Witch - Hysterie oder Historie?". Teilnehmerin Nummer 3 ist Erica, die sich für eine weiße Hexe hält und die Hexe von Blair als Mentorin in Anspruch zu nehmen gedenkt. Und schließlich Kim, ein Gothikfreak mit der Gabe der Vorhersehung ausgestattet.
So beginnt die "Blair Witch Hunt" in den Black Hills. Aber gerade mal eine Nacht dauert es bis die Touristen die Flucht nach vorne antreten. Im (sprichwörtlichen) Morgengrauen stellen sie fest, dass ihnen ein paar entscheidende Stunden Erinnerung fehlen. Um letztere wiederzufinden beschließen sie, ihr Videomaterial in Jeffs altem Fabrikhaus zu analysieren...
Kritik:
Wer hätte gedacht, dass uns die Hexe von Blair noch einmal über die Kinoleinwand spukt? Doch angesichts des Fortsetzungswahns einiger Regisseure und Produzenten (Matrix 2&3 sind bereits in Produktion, Zorro schwingt den Säbel wieder, Sharon Stone bereitet sich intensiv auf Basic Instinct 2 vor...) hätten man ja vorgewarnt sein sollen.
Tatsächlich haben wir es bei "Blair Witch 2 - Book of Shadows" mit einem eher eigenständigen Film zu tun. Ja, es ist wirklich ein Film. Was man ja von seinem Vorgänger nicht so guten Gewissens behaupten konnte. Überhaupt hinkt der Vergleich total, wenn man mal vom Hauptmotiv Hexe absieht. Zwar treibt es auch diesmal eine jugendliche Zielgruppe in den gruseligen Wald, aber dieses Mal werden uns richtige Charaktere und Dialoge angeboten und nicht das Urlaubsvideo vom Filmstudentenpack.
Nicht nur die Protagonisten selbst distanzieren sich von "The Blair Witch Project", der ganze zweite Teil ist eigentlich keine Fortsetzung sondern vielmehr ein Film zum Film. Kritisch beleuchtet wird unter anderem die unglaubliche "Blair Witch"-Welle, die über Amerika und Europa herüber geschwappt ist. Belegt wird dies durch die, genial an den Anfang des Films gesetzten, Orginialszenen aus News und Talkshows. Ein anderer Punkt ist die zunehmende Kommerzialisierung von Filmen zum Beispiel durch Merchandising.
Ironisch ist nur, dass gerade dieser Kommerz dem recht großen Potential von BW2 die Luft wegnimmt. Die Produktion stand nämlich unter gewaltigem Zeitdruck, nachdem der Starttermin in den USA und in England auf das Halloweenwochenende 2000 festgelegt wurde.
So verfängt sich BW2 in allerlei Fragen, die selbst am Ende des Films nicht gelöst werden. Was motiviert die Hexe nun eigentlich? Existiert dieses Phänomen wirklich oder ist es ein Hirngespinst ausgelöst durch eine Gruppenpanik? Selbst der effektvoll in Szene gesetzte Grusel (wieder ganz anders als in BW1) kann die strukturellen Schwächen nicht ausgleichen.
Diejenigen, die sich für "The Blair Witch Project" begeistern konnten, werden enttäuscht sein, wie wenig dieser Film damit zu tun hat und alle anderen werden sich warscheinlich gar nicht die Mühe machen ins Kino zu gehen. Eigentlich schade, soo schlecht ist er gar nicht. (m.m.)
Wertung:    
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