Almost Famous - Fast berühmt (USA 2001, Drama)
Regie: Cameron Crowe Darsteller: Frances McDormand, Billy Crudup, Patrick Fugit
Inhalt:
San Diego, 1969: William Miller (Patrick Fugit) ist 13. Zumindest ist das das, was Mutter Elaine (Frances
McDormand) dem Elfj�hrigen erz�hlt, in der Hoffnung, er w�rde einst der j�ngste Anwalt Amerikas. Sie meint es
zwar gut mit ihrer unkonventionellen Erziehung, doch stempeln die Angewohnheiten, nur franz�sische
Arthouse-Filme im Kino zu sehen oder Weihnachten im September zu feiern, um der Kommerzialisierung der
Feiertage zu entkommen, ihre Kinder zu Au�enseitern ab.
Vier Jahre sp�ter ist William der gr��te Rockfan der Welt. Er wei� alles, was man �ber Rock wissen muss. Mit
pathetischer Bewunderung verschlingt er jeden Buchstaben jedes Satzes jedes Artikel jeder Ausgabe des Creem
Magazine.
Regelrecht bombadiert wird die Redaktion von seinen Sch�lerzeitungsartikeln, in der Hoffnung als Rockkritiker
entdeckt zu werden. Durch Zufall lernt er sein Idol Lester Bangs (Philip Seymour Hoffman) selbst kennen, der ihm
seinen gr��ten Wunsch erf�llt: Ein Portrait �ber "Black Sabbath" zu schreiben, die am selben Abend einen Gig in
der Stadt spielen.
Von nun an beginnt f�r Elaine die H�lle, weil sie wei�, dass sie ihren Sohn nicht zur�ckhalten k�nnen wird und so
bringt sie ihn auch nur widerwillig und ihn mit gut gemeinten, aber schlichtweg nervigen Ratschl�gen ("Don't take
drugs" - DER zentrale Satz des Films *g*) �bersch�ttend zum Veranstaltungsort.
Kaum angekommen muss auch jemand, bei dem alles am Schn�rchen l�uft, mit Ern�chterungen klarkommen.
Die erste Bew�hrungsprobe, die T�r zum Backstageeingang, erweist sich als weitaus schwieriger als vorschnell
angenommen. Ziemlich gefrustet tritt er schlie�lich doch den R�ckzug an, wo er auf eine Gruppe von M�dchen
st��t, die auf das Wort "Groupie" ziemlich schnippig reagieren.
Denn wie Penny Lane (Kate Hudson) erkl�rt, geht es ihnen nicht um Sex, sondern vielmehr um die Band, um die
Musik, um das Gef�hl dabei zu sein. Deshalb sind sie auch Band-Aids (amerik.: Pflaster) und keine Groupies...
Als die Band-Aids alsso zusammen mit "Black Sabbath" in der Halle verschwinden scheint Williams noch nicht
begonnene Karriere schon beendet zu sein. Doch irgendwo ist immer Hoffnung und so schafft er es, zusammen
mit den aufstrebenden Hardrockern "Stillwater" durch das "paradiesische" Tor hinein die die Welt von Sex, Drugs
and Roch'n'Roll.
"Stillwater" sind von Beginn an begeistert vom Jung-Journalisten William, vor allem deshalb, weil er nicht zur
Sparte der Verrei�ern geh�rt, sondern selbst Fan ist. Besonders der charismatische Gitarrist Russel Hammond
(Billy Crudup) ist von ihm angetan und l�dt ihn spontan zum Konzert, zu dem er doch auch Penny mitbringen
m�ge, nach Los Angeles ein.
Gesagt getan! Das ganze Hotel ist eine einzige Party, es lebe das Klischee! Ein Leben, wie es sich der junge
Reporter immer gew�nscht hat.
Und als w�re sein Leben jetzt nicht schon perfekt genug bekommt er kurz darauf den Anruf, von dem viele nur
tr�umen d�rfen: "Rolling Stone", das gr��te Musikmagazin der Welt, beauftragt ihn, ein 3000-Wort-Portrait �ber
"Stillwater" zu schreiben und sie deshalb auf Tour durch die USA zu begleiten - ohne zu wissen, dass es sich hier
"nur" um einen 15-J�hrigen handelt.
Elaine ist entsetzt, aber was soll sie tun? Nur missmutig l�sst sie ihr Kind in die gro�e weite Welt ausziehen, wo
William weit mehr erwartet als jeden anderen Teenager:
Die �den undd auch melanchlischen Stunden im Tourbus, wilde Paties im Hotel, atemberaubende Auftritte,
�berall Chaos.
Kritik:
Dieser Film ist ein absolutes Muss.
Cameron Crowe schafft ein Epos, eine Hommage an die 70er, eine Geschichte �ber das Erwachsenwerden,
�ber Tr�ume, deren Erf�llung und Ern�chterungen, Loyalit�t und wahre Freunde, ohne dabei platt zu wirken.
"Ich feilte daran, eine Geschichte zu erz�hlen, die die Menschen, die ich nie vergessen werde und die Emotionen
von damals einf�ngt. ich traf mich mit Bandss, machte Interviews, ging zu den Shows. Ich wollte auf keinen Fall
eine dieser Geschichten erz�hlen, die den Autor glorifizieren. Die Wahrheit ist, dass ich nie das Gef�hl hatte, der
Mittelpunkt in einem Raum zu sein. Ich war ein Beobachter. Das ist es auch, was William Miller im Film ist. - ein
Beobachter.", sagte Crow bei einem Interview �ber seine Intension zu diesem Film. Und der ist er vollends
gerecht geworden.
Seine Authenzit�t verdankt dieser Streifen nicht nur aber im besonderen den schauspielerischen Qualit�ten
seiner Darsteller, vor allem dem Protagonisten Patrick Fugit, der so �berzeugend, unverbraucht und frisch, dabei
aber herzergreifend und vor allem professionell spielt, dass viele alte Hasen dieser Branche einiges von ihm
lernen k�nnten. Kate Hudson (Tochter von Goldie Hawn) steht ihm da in nichts nach.
W�sste man nicht, dass sich die Ereignisse in Wirklichkeit, so oder zumindest so �hnlich abgespielt hat, w�rde
man sie leicht als Hollywood-Phantasie abtun, so konstruiert und unglaublich kommt einem die Geschichte vor.
Doch das Leben schreibt eben die besten Geschichten. (c.r.)
Wertung:    
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